Rund 1,4 Millionen Euro ließ sich die Helmholtz-Forschungsgemeinschaft die neue Wetterstation kosten, deren Kernstück ein sogenanntes polarimetrisches Radar darstellt. "Das Radar misst sehr viel genauer, wo welcher Niederschlag fällt", sagte Heye Bogena vom Jülicher Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre bei der Inbetriebnahme. Der Ort des Niederschlags lasse sich nun auf 200 Meter eingrenzen, die Niederschlagsmenge könne man anhand gemessener Tröpfchengrößen besser vorhersagen. Zudem könne das Radar zwischen Regen und Hagel unterscheiden: "Wetterradare, wie sie zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst betreibt, messen auf einen Kilometer genau und geben keine Information über die Art des Niederschlags."
Meteomedia: Vorhandene Radare "ausreichend präzise"
Eine Einschätzung, die man beim Bochumer Wetterdienst Meteomedia allerdings nicht teilt. "Die Radare, die wir verwenden, sind ausreichend präzise. Die Bilder, die sie liefern, lassen durchaus Rückschlüsse zu, um welche Form von Niederschlag es sich handelt", sagte ein Sprecher zu WDR.de. Meteomedia verarbeitet Daten aller nationalen Wetterdienste und verfügt selbst über ein Netz von circa 730 Stationen.
Langzeitprojekt beobachtet Klimawandel
Doch das Jülicher Radar soll ohnehin nicht in erster Linie den Wetterdiensten wertvolle Daten liefern. Die Station ist Teil des deutschlandweiten Langzeitprojekts Tereno (Terrestrial Environmental Observatories). Das Projekt ist auf 15 Jahre angelegt und soll in dieser Zeit in vier verschiedenen Regionen des Landes die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels erfassen. Dafür würden Boden, Grundwasser, Pflanzen und Atmosphäre intensiv beobachtet, so Harry Vereecken vom Forschungszentrum Jülich. Der 34 Meter hohe Turm mit dem Wetterradar, der auf einer 300 Meter hohen Abraumhalde des Braunkohletagebaus Hambach steht, soll dazu seinen Teil beitragen. Zudem sollen die Betreiber der 16 Talsperren im Umland von Jülich von den Daten des Radars profitieren und so ihre Steuerungen optimieren können.
Stand: 12.10.2009, 14:03 Uhr
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