In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Energieagentur.NRW rund 200 Unternehmen über das europäische Emissionshandelssystem erfasst. Sie betreiben in NRW insgesamt 441 Anlagen, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 jährlich zusammen 164 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen dürfen. Zum Vergleich: Insgesamt sind in der Bundesrepublik 1.850 Anlagen erfasst, die im selben Zeitraum die Erlaubnis haben, pro Jahr 453 Millionen Tonnen CO2 zu emittieren. „Die Mehrzahl der Firmen in NRW sind mittelständische Unternehmen aus der Zementindustrie, der Zuckerindustrie, der Papierfertigung und der Glasherstellung“, sagt Michael Müller, Projektmanager für Klimaschutz und Emissionshandel bei der Energieagentur.NRW.
„Den CDM nutzen tatsächlich aber nur rund fünf Prozent der NRW-Unternehmen“, schätzt Müller. „Für die mittelständischen Unternehmen ist der Aufwand zu groß, selbst CDM-Projekte zu initiieren.“ Auch die Möglichkeit, CO2-Zertifikate aus CDM-Projekten zu kaufen, nutze der Mittelstand nicht. Denn ihm fehle die Erfahrung mit derart komplizierten Geschäften. „Eigene CDM-Projekte durchzuführen, lohnt sich nur für große NRW-Unternehmen wie den Stahlproduzenten Thyssen-Krupp oder den Energieversorger Eon.“
Thyssen-Krupp ist nach eigenen Angaben an rund 90 internationalen Klimaschutz-Projekten beteiligt, entweder als Lieferant für CDM-Projekte anderer Firmen oder als Investor von selbst betriebenen CDM-Projekten. Eon betreibt lediglich zwei CDM-Projekte, da für die Stromproduktion laut des Unternehmens nur wenig CO2-trächtige Braunkohle verwendet wird.
Portal der Energieagentur.NRW
Stand: 11.12.2009, 00:00 Uhr
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