Umweltorganisationen kritisierten die Ergebnisse von Bonn als "schlechte Basis" für die weitere Klimapolitik. Nachdem bereits der Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009 fehlgeschlagen war, wird nun auch für Cancún Ende 2010 nicht mit einem fertigen neuen Abkommen zum globalen Klimaschutz gerechnet. Auch eine Fortführung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2012 ist offen.
Im vorgelegten Verhandlungstext, über den die Staaten noch entscheiden müssen, werden "tiefe Einschnitte" beim globalen Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen als erforderlich betont. Noch in Klammern - also als Option - steht unter anderem das Langfristziel, die Erderwärmung auf 1,5 oder 2 Grad Celsius zu begrenzen. Umweltorganisationen kritisierten das Papier als unzureichend.
Im Entwurf steht außerdem, dass der Höhepunkt des globalen Treibhausgas-Ausstoßes bis 2020 erreicht werden soll. Die globalen Emissionen sollen dann bis 2050 im Vergleich zu 1990 um insgesamt mindestens 50 bis 85 Prozent vermindert werden. Die Industrieländer allein sollen eine Minderung von mindestens 80 bis 95 Prozent leisten. Angebote oder Vorschläge der Industrienationen zur Minderung der Treibhausgase gab es in Bonn allerdings nicht.
Greenpeace-Klima-Koordinator Martin Kaiser kritisierte, dass die Bonner Konferenz nicht habe klären können, was in Cancún beschlossen werden soll. Es sei auch nicht klar, "wann ein ambitionierter und gerechter, globaler Klimavertrag unterzeichnet werden kann."
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte, die Industriestaaten hätten sich erneut vor verbindlichen und ausreichenden Zusagen zur CO2-Minderung gedrückt. "Die Industriestaaten spielen ein hochriskantes Spiel, wenn sie verbindliche Zusagen immer wieder verschieben», sagte BUND-Klimaexpertin Antje von Broock.
Stand: 11.06.2010, 17:59 Uhr
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