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NRW-Städte vorbildlich im Klimaschutz

Blumen sollen auf den Dächern blühen

Nina Magoley

Rüsten gegen den Klimawandel – ein Thema, das längst Städte und Gemeinden beschäftigt. Im Umweltministerium in Düsseldorf trafen sich am Dienstag (13.04.10) Bürgermeister aus NRW zum Erfahrungsaustausch. Als eine der aktivsten Städte im Umweltschutz gilt Bocholt.

Grünes Herbstdach in Bocholt; Rechte:Alfred Vieth

Grünes Herbstdach in Bocholt

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Es grünt so grün in Bocholt: Auf den Dächern der kleinen münsterländischen Stadt sprießen demnächst Gras, Kräuter und bunte Blumen. An den Fassaden vieler Wohnhäuser ranken grüne Blätter. Sogar einen Preis hat die Stadt im Jahr 2009 dafür erhalten: Beim Wettbewerb "Aktion Klima plus", den das Land NRW 2009 ausgeschrieben hatte, wurden Bocholt und auch die Gemeinde Saerbeck zu "NRW-Klimakommunen der Zukunft" gekürt. Bocholt bekam 2,2 Millionen Euro, um sein Engagement gegen den Klimawandel weiter zu treiben.


Dachgärten schützen bei Unwetter

"Wie die meisten Gebiete in NRW rechnen wir in der Zukunft mit stärkeren Regenfällen - besonders im Herbst und Winter", erklärt Angela Theurich, Umweltreferentin der Stadt Bocholt. Damit das nicht regelmäßig zu Überschwemmungen im ganzen Stadtgebiet führt, wolle man versuchen, einen Teil des Wassers über die Dachgärten abzufangen. "Damit könnten wir eine plötzliche Überlastung der Kanalisation verhindern." Außerdem sorge das Grün im Sommer für angenehmere Temperaturen im Haus. Mithilfe des Fördergeldes vom Land kann die Stadt Hausbesitzern jetzt eine Beihilfe von 15 Euro pro Quadratmeter für eine Dachbegrünung anbieten.

Förderung für sinnvolle Altbausanierung

Kleines Privathaus mit Klinkerfassade und abgedecktem Dach in Bocholt; Rechte:Klaus Michael, Niedrig-Energie Institut Detmold

Sanierung de luxe in Bocholt

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Doch das Umweltengagement in Bocholt geht noch weiter. Ganz oben auf der Liste stehe die CO2-Einsparung durch sinnvolle Altbausanierung, sagt Umweltferentin Theurich. Hausbesitzer bekommen finanzielle Unterstützung, wenn sie ihre Wärmedämmung an Fenstern, Fassaden und Dächern verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass dabei die vom Gesetz geforderten Dämmwerte noch überschritten werden: Dreifachverglasung statt Doppelglasfenster, 18 Zentimeter dicke Dämmung an den Außenwänden statt den üblichen 16 Zentimetern. Seit Sommer 2009 bietet die Stadt Unterstützung an, und die Resonanz sei "riesengroß". 40 Förderanträge von Hausbesitzern gingen seitdem bei der Verwaltung ein, 20 beantragten Zuschüsse zur Dachbegrünung.


Wärmebilder aus der Luft und neue Fahrradwege

Um auch die Beratung für Hausbesitzer verbessern zu können, hat die örtliche Kreishandwerkerschaft vorgeschlagen, das Stadtgebiet mit einer thermografischen Kamera aus der Luft abzufotografieren. "Dann kann man genau sehen", sagt Theurich, "wo die Dächer rot leuchten, da ist besonderer Sanierungsbedarf". Auch das könne sich die Stadt dank des neuen Fördertopfes nun leisten. Weitere Programmpunkte zum Klimaschutz: Das Fahrradwegenetz der Stadt soll 2010 so weit ausgebaut werden, dass die Bewohner Bocholts 50 Prozent aller Wege im Stadtgebiet auf zwei Rädern statt mit dem Auto zurücklegen. "Da muss man ganz gemütlich fahren können, ohne viel rauf und runter", sagt die Umweltreferentin.


Städte sollen sich zum Klimaschutz vernetzen

Unter dem Titel "Aktion Klima plus" ludt das Landesumweltministerium am Dienstag (13.04.10) interessierte Bürgermeister und andere Vertreter von NRW Kommunen nach Düsseldorf ein, um sich über die Möglichkeiten des kommunalen Klimaschutzes zu informieren. Neben Bocholt sollte dort auch das 7000-Seelen-Örtchen Saerbeck als besonders gutes Beispiel vorgestellt werden. Als Mitgewinner des Landeswettbewerbs 2009 bekam das münsterländische Städtchen Saerbeck 1,1 Millionen Euro Förderung. Dort will man bis zum Jahr 2030 den Ausstoß von CO2 bei der Nutzung von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas auf Null reduzieren. Damit auch andere Kommunen von solchen Plänen und Erfahrungen profitieren können, hatte das Ministerium 2009 ein Netzwerk gegründet, das den Austausch über Klimaschutzthemen erleichtern soll. "Nun hoffen wir auf weitere Anstöß, wie man die guten Ideen auch auf andere Regionen übertragen kann", erklärt Sprecher Stephan Malessa.


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