Sonntag, 22. Juli 2012
Konzert
Wenn Bernstein nun wieder ins Programm rückt, dann nicht (nur), um das Versäumte nachzuholen. Der Kontext ist ein völlig anderer und betont die exemplarische Bedeutung des Stücks für die Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unterstützt wird das Mahler Chamber Orchestra bei seiner Interpretation von der preisgekrönten Violinistin Patricia Kopatchinskaja.
Sowohl in der Wahl des Sujets als auch in der kompositorischen Gestaltung gibt Bernstein ein signifikantes Beispiel für eine zu Eigenständigkeit gelangte USamerikanische Musikkultur, die zwischen europäischer Antike und Avantgarde selbstbewusst ihren Stil und ihre Themen findet, ohne sich klassischen Schemata zu unterwerfen.
Obwohl stilistische Unterschiede bestanden, traf sich Bernstein hier mit zentralen Ideen einer jüngeren, amerikanischen Komponistengeneration um Steve Reich, John Adams und Philip Glass. Die Protagonisten der Minimal Music verfeinerten das Wechselspiel von Wiederholung und Veränderung, um der Vormachtsstellung traditioneller Formbezüge zu entkommen.
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Mahler Chamber Orchestra
Lawrence Renes (Dirigent)
Patricia Kopatchinskaja (Violine)
Philip Glass: Company (1983) für Streichorchester
Leonard Bernstein: Serenade (nach Platons "Symposion") (1954)
für Solovioline, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug
Steve Reich: Drumming, Part 1 für vier Paar gestimmte Bongos (1970-1971)
John Adams: Shaker Loops (1983) Fassung für Orchester
Redaktion: Lothar Mattner
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Themen: Kultur/Religion
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