Freitag, 29. Juni 2012
Dokumentation
Die Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auf Schloss Berleburg im Wittgensteiner Land gehören zu den größten privaten Waldbesitzern in Deutschland. Fast 13.000 Hektar Wald zählen zum Besitz der Familie. Schwarzstörche, Eisvögel, Weißes Rotwild und Mufflons bevölkern die Wälder und machen sie einzigartig in ganz Europa. Und jetzt kommen auch noch Wisente dazu, eine vom Aussterben bedrohte Wildrindart.
In kaum einer anderen Gegend Europas stehen so viele Schlösser und Burgen, die sich noch in Privatbesitz befinden, wie in Nordrhein-Westfalen. Viele Bauten sind seit Generationen im Besitz der gleichen Familien, zu deren Selbstverständnis die Pflege der Tradition bis zum heutigen Tag gehört. Andere Häuser waren verwaist, wurden wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Der Umgang mit dem jahrhundertealten Erbe erfordert allerdings großes Verantwortungsbewusstsein, viel Mut und Kreativität.
In Bad Berleburg ist die Forstwirtschaft bis heute die Lebensgrundlage der fürstlichen Familie. Sie lebt sehr zurückgezogen auf dem Schloss und kann auf eine mehr als 800jährige Geschichte zurückblicken. Dass die Familie das Barockschloss bis heute bewohnt, verdankt sie ihrem Generationenvertrag: Denn nur wer den Wald nachhaltig bewirtschaftet, erhält ihn als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen.
Während die Herren des Hauses die meiste Zeit mit der Verwaltung des Besitzes verbringen, ist Tochter Nathalie auf dem Reitplatz anzutreffen. Als Mitglied der dänischen Nationalmannschaft trainiert die erfolgreiche Dressurreiterin im Wittgensteiner Land für die Olympischen Spiele. Ihre zweite große Leidenschaft, die Pferdezucht, teilt sie mit ihrer Mutter, Prinzessin Benedikte von Dänemark, eine Schwester von Königin Margrethe II. Als Mitglied des dänischen Königshauses nimmt Prinzessin Benedikte zahlreiche Ehrenämter in Dänemark wahr und vertritt regelmäßig als Reichsverweserin ihre Schwester bei öffentlichen Terminen. Über ihr Leben zwischen dem dänischen Hof und dem wittgensteinschen Besitz spricht Prinzessin Benedikte exklusiv mit Julia Melchior.
Mit: Julia Melchior
Film von: Sebastian Dehnhardt
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Themen: Geschichte, Kultur/Religion, Politik/Wirtschaft
Mittwoch, 27. Juni 2012, ab 21.55 Uhr, WDR Fernsehen
Wiederholung: 2. Juli, ab 10.25 Uhr, WDR Fernsehen
Die verspielten Zinnen und Erker und die imposanten Türme von 842 Schlössern und Burgen ragen in den Himmel von Nordrhein-Westfalen und machen klar: Unsere Vorfahren lebten eindrucksvoll. Die Grafen, Ritter und Kurfürsten haben Bauwerke hinterlassen, die zu einer Zeitreise einladen.
Das Jahr 1918 markiert für die Monarchie in Deutschland einen Wendepunkt. Der Kaiser dankte ab, und auch für den deutschen Adel brach eine neue Ära an. Die Macht im Staat musste der Adel abgeben, seinen Besitz konnte er zunächst jedoch weitgehend behalten. Mit dem Zweiten Weltkrieg verlor der Adel endgültig seinen politischen Einfluss und zum Teil auch den Besitz.![]()
Von wildromantisch bis düster und rückständig - das Leben auf einer mittelalterlichen Burg stellen sich viele anders vor als es in Wirklichkeit war. Im 19. Jahrhundert prägten etwa die Dichter der Romantik das Bild eines Ritters, dessen Leben ein Abenteuer war. Der sich bloß auf seine Burg zurückzog, um sich von den Strapazen des Krieges zu erholen. Das stimmt nicht ganz: Die Burgherren verbrachten mehr Zeit auf der Burg als sonst wo. Ihr Alltag war hart, straff organisiert und bot nur wenig Abwechslung.
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