Samstag, 16. Juni 2012
Quarks & Co
Auch wenn Säuglinge, von außen betrachtet, nichts anderes tun als essen und verdauen, schlafen und schreien, weiß man heute, dass ihr kleines Gehirn permanent stimuliert werden will.
Welche Anregungen dabei wichtig sind, verunsichert allerdings viele Eltern - denn alle wollen, dass die Kleinsten maximal gesund, gebildet und leistungsfähig sind.
Frühförderungs-Training im Strampelanzug?
Englischlernen mit drei Monaten, musikalische Früherziehung noch vor dem ersten Geburtstag, Baby-TV, vorsprachliches Kommunikationstraining mit Gebärdensprache - der sogenannten Frühförderung sind keine Grenzen gesetzt. Aber werden die Kleinen durch solche Kurse tatsächlich schlauer und besser? "Quarks & Co" fragt nach: fördern oder überfordern sie die Babys?
Lernen durch Grimassen und Gesten
"DuziDu" mit hoher Stimme und albernen Grimassen - dieses Verhalten von Eltern wirkt auf Außenstehende oft befremdlich. Doch es hat einen biologischen Sinn, wie Wissenschaftler herausgefunden haben: Babys lernen im frühen Lebensalter vor allem durch die Mimik der Mutter oder des Vaters. Schon Neugeborene sind fixiert auf Gesichter und beobachten jeden Ausdruck, sogar die Blickrichtung. Bleibt diese Anregung aus, entwickeln sich Babys sogar langsamer als Kinder, deren Eltern Mimik bewegt und vielseitig ist. "Quarks & Co" zeigt, warum viel Mienenspiel und Gesten gut für das Gehirn des Babys sind.
Der Säugling im Wandel der Zeit
Noch vor 50 Jahren waren sich Wissenschaftler und Ärzte einig: Säuglinge sind noch keine richtigen Menschen. Wie Pflanzensprösslinge, die versorgt werden müssen, wurden Babys entsprechend behandelt: Geboren in Kreißsälen unter gleißendem Licht wurden sie von den Müttern getrennt, verwahrt, gewickelt und nach Plan gefüttert. Emotionale oder geistige Zuwendung hielt man nicht für nötig. "Quarks & Co" zeigt, welche Auswirkungen diese Behandlung hatte und wie sich der Umgang mit Säuglingen in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
Wie Babys denken lernen
Was geht im Kopf eines Säuglings vor? Wie lernt er Denken und Verstehen? Für Wissenschaftler eine große Herausforderung - denn die kleinen Probanden können noch nicht sprechen. Also müssen Forscher mit trickreichen Versuchen herausfinden, was im Gehirn von Babys vorgeht: Mit Baby-EEG-Kappen und Blickrichtungsmessungen können sie feststellen, dass Babys schon mit vier Monaten die Welt in grobe Kategorien einteilen - Tier oder Auto, belebt und unbelebt. Etwas später können Babys sogar schon Absichten und Erwartungen erkennen. Und schon lange, bevor ein Kind zum ersten Mal "Mama" oder "Papa" sagt, lernt sein Gehirn die Sprache.
Mit: Ranga Yogeshwar
Redaktion: Claudia Heiss
Erstsendung WDR: 1.2.2011
Begleitinformationen auf den Seiten von Quarks & Co
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Video-Rückschau: WebTV und Podcast
Themen: Naturwissenschaft, Eltern Wissen
Ein Mensch lernt nie wieder so viel wie in seinem ersten Lebensjahr, also als Baby. Was er in dieser Zeit erfährt, erfühlt und oft auch erarbeitet, prägt ihn für den Rest seines Lebens. Aber wie genau funktioniert frühkindliches Lernen? Woher weiß ein Baby, wie Laufen geht? Wie lernt es denken und verstehen? Bei Babys spielt sich ein kompliziertes biologisches Programm ab, dem man in der Regel nur wenig nachhelfen kann.
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