Freitag, 25. Mai 2012
WDR-dok
Eigentlich wollte er immer nur malen, Geld habe ihn nie interessiert. - Das ist der Satz, den Wolfgang Beltracchi bei seiner Verurteilung vor Gericht sagt. Der Mann hat mit seinen Fälschungen 16 Millionen Euro verdient und einen Schaden von 35 Millionen Euro angerichtet. Im Herbst 2010 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt, im offenen Vollzug.
Wurde es Wolfgang Beltracchi tatsächlich so leicht gemacht wie er immer wieder behauptet? Wurden alle Augen zugedrückt, um ein gutes Geschäft nicht platzen zu lassen? Und: Wäre ein derartiger Coup auch heute wieder möglich?
Klar ist: Die Strukturen des internationalen Kunsthandels haben diesen Fall erst möglich gemacht. Und der Fall Beltracchi legt diese Mechanismen bloß. Experten, Galeristen und Auktionshäuser ziehen sich darauf zurück, dass der Fälscher Beltracchi so genial gewesen sei, dass keiner seine Fälschungen hätte enttarnen können. Heute ist klar, der Mann hat Fehler gemacht.
Die Kunstwelt sei ein eigener Planet mit eigenen Bewohnern und eigenen Gesetzen, auf dem die Gier nach marktfrischen Bildern eine zentrale Rolle spiele, sagt der Kunstjournalist Stefan Koldehoff. Er hat den Fall Belttracchi nach der Verurteilung nicht zu den Akten gelegt. Genau so wenig wie der Kriminalhauptkommissar René Allonge und der Kunsthistoriker Ralph Jentsch.
Auch diese drei kommen in der Dokumentation "Der grosse Bluff" zu Wort, entzaubern den Fälschungscoup des Jahrhunderts und kratzen am Mythos des selbsternannten Meisterfälschers.
Film von: Anke Rebbert
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