Freitag, 4. Mai 2012
Dokumentation
Auf den Spargelanbau sind die Erpenbecks seit 1923 spezialisiert. "Dat bruke we nich!", hieß es damals bei den Nachbarn, denn in Westfalen war das Gemüse noch weitgehend unbekannt, auch sah es einem Unkraut verdächtig ähnlich. Heute sichert der Spargel das langfristige Überleben von Gut Erpenbeck. Doch mittlerweile bauen viele Betriebe in der Region Spargel an, die Konkurrenz ist groß, und ob das Wetter mitspielt und die Ernte den erhofften Ertrag bringt, wissen auch die Erpenbecks immer erst hinterher.
190 Hektar Hoffläche und davon circa 30 Hektar Spargel bewirtschaften Ulrich Erpenbeck (55), seine Frau und seine beiden Kinder heute. Der Zusammenhalt ist wichtig: Jede helfende Hand wird gebraucht. Denn: zerbricht die Familie, geht auch der Wirtschaftsbetrieb vor die Hunde. Das musste Ulrichs Mutter, Altbäuerin Maria Erpenbeck (88), am eigenen Leib erfahren. Sie hatte als 22-jährige das Gut übernommen - der Bruder und eigentliche Hoferbe war im Krieg gefallen.
1955 heiratete sie, froh endlich Unterstützung zu haben. Ein Jahr später kam Sohn Ulrich zur Welt. Maria Erpenbeck kümmerte sich von nun an um die Kindererziehung - ihr Mann übernahm die Geschäfte. Doch der war weder gelernter Landwirt noch hatte er ein Händchen für Zahlen. Er machte Schulden, belastete den Hof mit hohen Hypotheken. 1963 stand Gut Erpenbeck kurz vor dem Ruin. Marias Mann flüchtete nach Kanada. Zurück blieben eine verzweifelte Frau, der Sohn und rund 450.000 DM Schulden.
Doch Maria Erpenbeck hat es geschafft, den Hof gerettet und ihrem Sohn Ulrich doch noch ein schuldenfreies Erbe übergeben können: Mitte der 60er Jahre kam sie auf die Idee, Westfälischen Knochenschinken herzustellen und an die Nachbarn zu verkaufen. Ein riesiger Erfolg. Heute gelten die Bauernschinken aus Westfalen als Delikatesse und werden an Feinkostläden und Kunden in ganz Deutschland verschickt.
Ulrich Erpenbeck und seine Mutter haben die schwere Jahre zusammengeschweißt. Ihr Rat ist immer noch wichtig, und für Enkelin Christina ist die tatkräftige Oma der beste Beweis dafür, dass sie vielleicht zusammen mit ihrem Bruder Henner den Hof einmal übernehmen könnte.
Film von: Clara Walther
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Themen: Geschichte, Politik/Wirtschaft
Sonntag, 13. Mai 2012, ab 11.30 Uhr, ARD: Das Erste
Lach- und Sachgeschichten, heute mit dem Geheimnis des Spargels in zwei Teilen, mit dem kleinen Maulwurf und Pilzen, mit Käpt'n Blaubär und der Schmatzinsel - und natürlich mit der Maus, der Ente und dem Elefanten.
Das Multimediaelement "Ein Jahr auf dem Bauernhof" vermittelt den Kindern einen Einblick in das Tätigkeitsspektrum eines Landwirts: zum Bespiel Milchwirtschaft, Getreide-, Obst- und Gemüseanbau - und das alles in Abhängigkeit von den Jahreszeiten.
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Spargel - kaum ein anderes Gemüse lässt seine Liebhaber so sehr ins Schwelgen kommen. Für sie ist Spargel das "königliche Gemüse", "Elfenbein zum Essen" oder einfach "weißes Gold". Ihn zu verspeisen - sei es mit allerlei Beilagen und Soßen, sei es einfach nur pur - ist reiner Genuss und mit wenig Arbeit verbunden. Ihn auf dem Feld zu produzieren ist dagegen sehr aufwändig, ihn zuzubereiten wiederum nicht so schwierig, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet.
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