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Fernsehsendung Donnerstag, 12. April 2012

Dokumentarfilm

23.15 - 0.45 Uhr, WDR Fernsehen Videotext für Hörgeschädigte

New York Memories

20 Jahre nach Rosa von Praunheims erfolgreichstem Kinofilm "Überleben in New York" begibt sich der Kultregisseur auf eine ganz persönliche Spurensuche: Was ist wohl aus Anna und Claudia geworden, die damals in seinem Film aufgebrochen waren, ihr Glück in New York zu suchen?


Praunheim blickt gleichzeitig zurück auf seine anderen Filme über "the big apple", die in den letzten 40 Jahren entstanden sind und fühlt den Puls der Stadt heute.

Die aktuellen Begegnungen und Gespräche kombiniert er mit Filmausschnitten aus seinen früheren New York-Filmen, von den wilden 70ern mit Sexpartys, Demos und exzentrischen Superstars aus dem Umfeld von Andy Warhol.

Er erinnert an die tragischen 80er Jahre und den wütenden Kampf gegen Aids, an dem viele seiner Freunde starben und blickt zurück auf die hoffnungsvollen 90er Jahren. Damals filmte er den Aufschrei von Transsexuellen, die sich nicht mehr damit abfinden wollten, ermordet und vergewaltigt zu werden.

Gleichzeitig säuberte in dieser Zeit der Bürgermeister Giuliani die Stadt. Sexclubs wurden zugemacht. Künstler und Obdachlose wurden vertrieben. Manhattan wurde reich und ein bisschen langweilig. "New York Memories" ist eine Hommage Praunheims an seine Lieblingsstadt. Er zeigt uns, wie es sich heute hier lebt, in der Stadt, die ihn schon immer fasziniert hat und bis heute in ihren Bann zieht.

Director's Statement:

"1971 kam ich zum ersten Mal nach New York und hatte die aufregendste Zeit meines Lebens. Ich lernte Andy Warhol und seine Superstars kennen, hatte wilden Sex und filmte Tausende von Schwulen und Lesben, die für ihre Rechte kämpften (Armee der Liebenden, Tally Brown New York). In den 80er Jahren war es der Kampf gegen Aids, an dem ich aktiv teilnahm und den ich in einigen Filmen dokumentierte (Positiv und Schweigen = Tod).

Mitte der 90er Jahre waren es auch die Transsexuellen, die die Hoffnung hatten, dass sich ihr Leben verbessern würde und die ich filmisch begleitete. (Transexual Menace, Neurosia). Dann waren es über zehn Jahre, die ich brauchte, um wieder nach New York zurückzukehren. Inzwischen waren viele meiner Künstlerfreunde aus der Stadt vertrieben worden oder starben an Aids. Viele kleine Theater mussten schließen, stattdessen zogen Banken, Modeläden und Coffee-Shops ein.

Trotzdem, New York ist mit seiner Energie und seinen unterschiedlichen Menschen aus der ganzen Welt immer noch einmalig. New York erfindet sich immer wieder neu. Es wird noch lange dauern, ehe die Stadt im Meer versinkt."

Erstausstrahlung
Film von: Rosa von Praunheim

Am 19. April 2012 ab 23.15 Uhr im WDR Fernsehen:
"Die Jungs vom Bahnhof Zoo", Film von Rosa von Praunheim

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Themen: Kultur/Religion, Politik/Wirtschaft





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