Freitag, 23. April 2010
Planet Schule
"Das Brot hier ist doch 1 A", meint Hanna und sie hat völlig Recht. Es sieht appetitlich aus und ist ordentlich in Plastikfolie eingeschweißt. Nichts scheint es von den anderen im Supermarktregal zu unterscheiden, nur dass die 21-jährige es gerade aus dem Abfall gefischt hat. Ihr Essen kauft Hanna schon lange nicht mehr in Supermärkten, sondern besorgt es sich aus den Müllcontainern dahinter. Allein auf dem Kölner Großmarkt kommen bis zu zehn Tonnen an einem normalen Markttag zusammen.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Mal ist der Aufdruck auf dem Etikett verrutscht, mal entsprach die Kühlung während des Transports nicht dem Standard. Oft aber ist es für Groß- und Einzelhändler einfach billiger, Lebensmittel wegzuwerfen und neu einzukaufen als Lagerplätze anzumieten. "Dann wandert das ganze Zeug kistenweise in den Müll", weiß Resteverwerter Jens aus Köln, der sich inzwischen über das "Containern" von seinem ehemals bürgerlichen Leben vollends verabschiedet hat.
Themen: Politik/Wirtschaft, Lehrer Wissen
Altersempfehlung: ab Klasse 7
Gefundenes Fressen
Hier finden Sie Informationen zur Sendung "Gefundenes Fressen", Hintergründe zu den verschiedenen Themen, Unterrichtsmaterial sowie Links und Literatur.