Sonntag, 12. September 2010
Reportage
Das Amtsgericht befindet: schuldig der fahrlässigen Tötung. Seit dieser Zeit empfindet der 21-jährige Willy sein Leben als zerstört. Er bricht mehrere Ausbildungen ab, seine Beziehung geht kaputt, er kann fast nur noch an den Unfall denken, Tag für Tag, monatelang, jahrelang. "Ich war wie gelähmt, in einem Vakuum, ich wollte nur noch alleine sein", sagt er.
Sein Alltag soll nicht mehr nur von dem schrecklichen Unfall bestimmt werden. Aber immer wieder taucht die Frage auf, was er sich eigentlich erlauben darf: einen Job, Fußball, Freunde, vielleicht sogar so etwas wie Glück?
Willy geht noch einmal zu den Orten des Schreckens. Mit dem Filmteam besucht er das Krankenhaus und die Intensivstation, wo er die ersten Tage nach dem Unfall verbrachte. Er trifft den Arzt, der ihn behandelte, und immer begleiten ihn Gefühle der Schuld und der Angst. Besonders schwer fällt ihm der Gang an die Unfallstelle - dahin, wo alles so plötzlich endete, das Leben seines Freundes und eigentlich auch sein Leben.
Noch ist der Neuanfang zerbrechlich: Willy sucht nach dem Sinn, den sein eigenes Überleben haben soll. Behutsam tastet er sich zurück ins Leben.
Film von: Jule Sommer, Udo Kilimann
Ein Beitrag vom WDR
Geplante Ausstrahlung im WDR Fernsehen: 17. Oktober 2010.
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Themen: Gesundheit