Samstag, 20. März 2010
Quarks & Co
Welchen Sinn hat die ständige Neubewertung von Erinnerungen? Welche verschiedenen Arten von Gedächtnis haben wir für Fakten, Handlungen und Erlebnisse?
Quarks & Co erzählt zudem die Geschichten einer Frau, die nicht vergessen kann, und eines Mannes, der alles vergessen hat. Wie leicht sich unsere Erinnerungen manipulieren und beeinflussen lassen, erfahren die Zuschauer im Quarks & Co-Test.
Die Frau, die nicht vergessen kann
Seit ihrem 14. Lebensjahr kann sich Jill Price aus Kalifornien lückenlos an jeden einzelnen Tag in ihrem Leben erinnern - an alle schönen, aber auch an alle unangenehmen und schmerzlichen Momente. Oft laufen bei der 44-Jährigen die Erinnerungen allerdings unkontrollierbar wie ein Film vor ihrem geistigen Auge ab. Manchmal reicht ein Name, ein Geruch oder ein Bild, um eine Kaskade von Erinnerungen auszulösen. Jill Price empfindet ihr perfektes autobiografisches Gedächtnis oft als Belastung und suchte Rat bei einem Gedächtnisforscher. Ihr einzigartiger Fall gibt Experten völlig neue Einblicke, aber noch mehr Rätsel auf. Quarks & Co hat Jill Price in Los Angeles besucht.
Ein Leben ohne Erinnerung
In einem Café zu sitzen und plötzlich nicht mehr zu wissen, wer man ist, wie man heißt und wo man her kommt, klingt unvorstellbar. Mediziner nennen einen solchen Gedächtnisverlust psychogene Amnesie. Wenn sich ein Mensch plötzlich nicht mehr an sein eigenes Leben erinnern kann, verliert er seine Persönlichkeit. Quarks & Co erzählt die Geschichte von einem Mann ohne Erinnerung.
Vielseitiges Gedächtnis
Unser biografisches Gedächtnis verarbeitet und speichert Informationen, die uns selbst unmittelbar betroffen haben: der im Sandkasten wiedergefundene Teddybär, der erste Liebeskummer, der romantischste Sonnenuntergang. Quarks & Co erklärt die Unterschiede zwischen dieser und anderen Formen unseres Gedächtnisses.
Wie sich das Gedächtnis bei Kindern entwickelt
Kinder werden nicht mit einem autobiografischen Gedächtnis geboren. Sie müssen ihre Erinnerungen stufenweise entwickeln und "trainieren", bis sie sich an sich selbst erinnern. Entwicklungspsychologen an der Universität Frankfurt haben Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren beobachtet. Quarks & Co stellt die Studie vor und zeigt, wie sich bei Kindern das Gedächtnis entwickelt.
Augenbewegungen gegen schreckliche Erinnerungen
Erinnerungen an schlimme Ereignisse und schwere Schicksalsschläge können sich so tief ins Gehirn einbrennen, dass sie lebenslang nicht mehr vergessen werden. Ein Trauma, wie etwa ein schwerer Unfall, kann mit einer erstaunlich einfachen Methode verarbeitet werden, selbst wenn das Ereignis lange zurück liegt. Bei der so genannten "EMDR-Methode" helfen kontrollierte Augenbewegungen in Kombination mit gezielter Erinnerung, die Angst langfristig zu verlieren.
Trügerische Erinnerung
Unsere Erinnerung lässt sich manipulieren. Ob persönliche Erlebnisse oder abstrakte Gedächtnisinhalte: auf ein objektives Gedächtnis können wir uns nicht verlassen. Quarks & Co macht zusammen mit Wissenschaftlern den Test: Lassen sich sogar Kindheitserinnerungen verändern?
Mit: Ranga Yogeshwar
Redaktion: Claudia Heiss
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Themen: Naturwissenschaft
Bis heute beschäftigt das Gedächtnis Philosophen, Künstler und Wissenschaftler. Kein Wunder: Unser Gedächtnis ist der geistige Kitt, der aus Erfahrungen Lebensgeschichten macht.