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Programmhinweis
Fernsehen
WDR Fernsehen, 18.12.2010, 16.30 - 17.15 Uhr

Steht auf, wenn ihr Ruhris seid! - RUHR.2010 lebt weiter

Ein Film von Christian Beisenherz und Thorsten Pfänder

WDR Fernsehen
Logo Ruhr2010

„Wir Ruhris haben gezeigt: Wir können auch anders als nur Kleingarten.“ So Ludger Stratmann, der Essener Kabarettist und Theatermacher. Beeindruckend war schon, wie viele sich bei „Schachtzeichen“, „Still-Leben“ und „Extraschicht“ als Freiwillige und Aktive beteiligt haben.

 

Drei Millionen Menschen beim „Still-Leben“ auf der gesperrten A40, hunderttausende singende „Ruhris“ auf Straßen und Plätzen, in Bahnen und auf Schiffen, und am Ende noch als Höhepunkt in der Schalker Arena beim „Day of Song“. Sie alle haben die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet zu ihrer Sache gemacht, mit Leben gefüllt. „Die Menschen an der Ruhr sind zusammen gerückt“, dieses Fazit haben die WDR-Reporter immer wieder gehört. Diese Botschaft wurde zum Titel des Films: „Steht auf, wenn Ihr Ruhris seid!“

 

Die 45-minütige Dokumentation geht der Frage nach, was das 60-Millionen-Euro-Spektakel „Kulturhauptstadt“ gebracht hat, was am Ende bleibt von „RUHR.2010“. Werden die Städte ihren Egoismus aufgeben und nach 2010 enger zusammenarbeiten? Was macht das Ruhrgebiet in Zeiten gähnend leerer Kassen aus den gewonnenen Impulsen? Oder behält Ludger Stratmann Recht? Der Inhaber eines unabhängigen Theaters in Essen stellt auch frustriert fest: „Leider bin ich davon überzeugt, dass eine Nachhaltigkeit nicht da sein wird, weil man uns Kleine vergessen hat.“

 

Zum Blick in die Zukunft gehört der Rückblick auf die Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres, auf die spektakulärsten, emotionalsten, spannendsten Geschichten: Wie Straßenartisten nach monatelangem, hartem Training plötzlich von tausenden Menschen frenetisch gefeiert werden. Oder wie in Dortmund Bilder fliegen lernen. Aber es wird auch die Loveparade-Tragödie in Erinnerung gerufen, bei der 21 Menschen ihr Leben verloren.

 

Still-Leben-Euphorie und Loveparade-Katastrophe lagen dicht beieinander. Für RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen bleibt daher die Erkenntnis: „Sysiphos muss ein Ruhri gewesen sein. Immer, wenn er den Stein hoch gerollt hatte, ist er krachend wieder runter gerollt. Aber er hat nie aufgegeben. Und die Menschen hier haben den Charakter, machen immer weiter.“

 

Redaktion Gerald Baars

Veröffentlicht am 16.12.2010, um 10.30 Uhr

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