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„Abenteuer Ruhrpott“ geht weiter – zehn Jahre später heißt es „Was bleibt sind wir!“
In „Was bleibt sind wir“ geht es um die Menschen im Ruhrgebiet, einer Landschaft, in der heute scheinbar nur noch Industriedenkmäler daran erinnern, dass das Leben hier über viele Jahrzehnte von der Schwerindustrie geprägt war. Oder ist doch mehr übrig geblieben? Und wenn ja, was? Schließlich stand rund 150 Jahre lang das gesamte Leben im Zeichen von Kohle und Stahl: Die Entwicklung der Städte, die besonderen Formen von Arbeit und Freizeit, der Umgang der Menschen miteinander, die Bindung zu ihren Betrieben, das alles war nur verständlich vor dem Hintergrund von Hochöfen und Fördertürmen - ebenso die Eckkneipe, das Büdchen, der Schrebergarten und der Stammplatz im Fußballstadion. Werner Kubny, vielfach preisgekrönter Dokumentarfilmer und Experte für das Ruhrgebiet, und sein Kollege Per Schnell sind auf Spurensuche gegangen, um zu erfahren, wie der Abschied von Kohle und Stahl das persönliche Leben der Menschen im Ruhrgebiet verändert hat. Ihre Dokumentation unternimmt den Versuch, die Seele - oder etwas nüchterner: die Mentalität - des Ruhrgebiets und seiner Menschen in Bilder zu fassen.
Teil 1 Von der Kohle geprägt, Sendung am 26.11.2010, 20.15 Uhr
Entstanden ist das Ruhrgebiet, weil man hier industriell Steinkohle abbauen konnte. Zeitweise arbeiteten mehr als 600.000 Männer im Bergbau. Heute sind es noch wenige Tausend, und das Ende ist in Sicht. Vor zehn Jahren hat Werner Kubny Bergleute begleitet, deren Zeche gerade geschlossen wurde. Damals war der Abschied noch ganz frisch. Wie sieht heute das „Leben nach der Kohle“ aus? Für die einzelnen Menschen? Für die ganze Region? Der Bergbau war schließlich nicht nur eine Arbeit, sondern auch eine Heimat. Es zeigt sich, dass das Ruhrgebiet immer noch – mitunter auf überraschende Weise – „von der Kohle geprägt“ ist.
Teil 2 Kämpfer aus Tradition, Sendung: 3.12.2010, 20.15 Uhr - 21.00 Uhr
Im Ruhrgebiet wurde immer hart gearbeitet und klar auf den Profit geachtet. Die größten Arbeitskämpfe haben sich traditionell in der Stahlindustrie abgespielt, der spektakulärste, der auch bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat, in Duisburg-Rheinhausen bei der Schließung des Krupp-Stahlwerks. Das ist lange her – Schnee von gestern, könnte man meinen. Überhaupt nicht. Werner Kubny hat genau hingeschaut. Er hat Menschen besucht, die im Kampf um Rheinhausen eine Rolle gespielt haben und ihren Lebensweg in den Jahren danach verfolgt. Was ist geblieben von Solidarität und Kampfgeist – und was bedeutet das für junge Leute, die heute im Ruhrgebiet leben? Welches Erbe übernehmen sie?
Teil 3 Ohne Humor geht’s nicht, Sendung am 10.12.2010, 20.15 - 21.00 Uhr
„Schön ist das nicht“, bringt es der Kabarettist Frank Goosen auf den Punkt, „aber für mich kommen da Heimatgefühle auf“. Das Ruhrgebiet ist nach üblichen Maßstäben weder schön noch reich, aber es übt Faszination und Anziehungskraft aus. Das hat viel mit den Menschen zu tun – sie gelten als offen und direkt, sprechen eine schnörkellos klare, radikal verknappte Sprache. Sie jammern nicht, sondern pflegen einen sehr eigenen Humor voller Selbstironie, ohne den das Leben vermutlich oft noch viel schwerer wäre. Am deutlichsten zeigt sich das im Kabarett, auf den vielen Bühnen des Ruhrgebiets. Und – so hat Werner Kubny bei seinen Begegnungen im Ruhrgebiet immer wieder erfahren, es waren die direkt Betroffenen, „ganz normale“ Menschen, die mit List und Zähigkeit um den Erhalt der monumentalen Industriedenkmäler gekämpft haben, um die die Region nun sehr beneidet wird.
Redaktion: Beate Schlanstein
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