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Programmhinweis
30.05.2008, 09.55 Uhr
Fernsehen
WDR Fernsehen, 13.07.2008, 23.45 - 00.15 Uhr (Sendereihe)

The Omid Djalili Show

WDR Fernsehen

Er ist der berühmteste Stand-Up-Comedian des Iran – nun, streng genommen ist er sogar der einzige. Im Übrigen wurde Omid Djalili in London geboren als Sohn eines iranischen Reporters und – das soll keinesfalls verheimlicht werden – einer britischen Modeschöpferin. Einigen wir uns auf „berühmtester und einziger Stand-Up-Comedian halbwegs iranischer Herkunft“.

 

Nein, man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen: Omid Djalili ist einer der größten Comedians, die Großbritannien derzeit zu bieten hat. Das ist keine Übertreibung. Auftritte in Australien, Kanada, Irland, Dänemark, den USA und auch in Deutschland sprechen da eine recht deutliche Sprache. Jetzt dürfen auch die deutschen TV-Zuschauer in den Genuss des ebenso scharfsinnigen wie skurrilen Humors kommen, der Omid Djalili viele Preise, zahllose Fans und eine eigene Sendung bei der BBC beschert hat. Genau die zeigt das WDR Fernsehen ab dem 13. Juli 2008 immer sonntags, 23.45 Uhr, brillante sechs Folgen lang: „The Omid Djalili Show“.

 

Kann man englische Stand-Ups übersetzen? Können schon – aber man sollte es nicht: Zu schnell gehen die feinen, sprachlichen Nuancen und Eigenheiten verloren, die eine gute Pointe zu einer sehr guten Pointe machen. WDR Fernsehen zeigt „The Omid Djalili Show“ daher im Original mit deutschen Untertiteln: eine Seltenheit in Deutschland, im restlichen Europa aus guten Gründen jedoch gang und gäbe.  

 

So, und jetzt kann’s endlich losgehen. Punktgenaue Stand-Ups, irrwitzige Einspielfilme, faszinierende Bauchtanz-Einlagen, Humor im Spannungsfeld zwischen Westen und Nah-Ost, Islam und der westlichen Vorstellung davon: Omid Djalili – Comedian, Schauspieler, Autor – kann alles und macht alles. Und das sehr gut, sehr komisch und sehr britisch-iranisch, also geradezu multikulturell. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WDR Fernsehen, Sonntag, 13. Juli 2008, 23.45 – 0.15 Uhr

 

The Omid Djalili Show (1)

 

Als guter Gastgeber sollte man sich erst einmal vorstellen. Das macht Omid Djalili dann auch, freilich auf eine ganz – wie man soll sagen? – eigene Art und Weise. Seine Show hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist der Zuschauer auch schon restlos über die emotionale nahöstliche Schizophrenie aufgeklärt. Und die macht ein bisschen Angst. Nach einem flotten Tänzchen gesteht Omid Djalili erstens, dass er keine Ahnung vom britischen Humor hat (Lüge!) und er zweitens „Brutalität, Bestialität sowie Hindu und Urdu für Anfänger“ studiert habe (Lüge?). Für seine These vom unterschiedlichen Humorverständnis hat er übrigens ein überzeugendes Beispiel parat. „Ein Engländer, ein Ire und ein Schotte...“ – so etwas fänden Briten komisch. Für den Bewohner des nahen Osten klingt es nach Geiselnahme.

Nach einer fulminanten Godzilla-Verkörperung und der ein oder anderen flotten Bauchtanzdarbietung („Belly Dance!!!“) darf das Studiopublikum Iraner nachmachen – und zwar genau so, wie sie immer in der BBC gezeigt werden: enthemmt Allah rufen, auf den eigenen Kopf hauen, das volle Programm. Sodann geht Omid Djalili auf sein Schaffen als ethnischer Klein- bis Kleinstdarsteller in Kinofilmen ein. In „James Bond – Die Welt ist nicht genug“ war er der aserbaidschanische Tankwart, in „Notting Hill“ ein Imbiss-Mitarbeiter (vielleicht sogar Imbiss-Besitzer, die Szene ist zu kurz, um Klarheit zu erlangen). Omid Djalili habe Hugh Grant an die Wand gespielt, urteilt ein Fachmann mit sonorer Stimme. Recht hat er.

Doch das ist noch lange nicht alles. Omid Djalili erklärt, was der Unterschied zwischen einer Perser und einer iranischen Katze ist (hat etwas mit Bomben zu tun), verblüfft mit einem Video-Ratgeber für das Überleben auf dem Land, findet Parallelen zwischen Fundamentalisten und unlogischen hormongesteuerten Frauen und beglückt seine Zuschauer mit einem kompletten Kebab-Musical. Zudem versucht er sich als enorm feingeistiger Regisseur an der Optimierung der Bin-Laden-Videos, was im Terror-Camp nicht nur einen Disput über 80er-Jahre-Ästhetik auslöst. War Comedy mit Migrationshinter­grund schon einmal lustiger? Nein. Natürlich nicht.  

 

Redaktion:      Anke Krause, Franziska Schmela

 

 


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