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FernsehenDie WDR Kinozeit gratuliert dem Internationalen Forum des Jungen
Films und zeigt dazu Spiel- und Dokumentarfilme aus vier
Jahrzehnten, die bislang noch nie im deutschen Fernsehen gezeigt
wurden.
Zum Jubiläum schreibt der derzeitige Leiter des Forums, Christoph
Terhechte: „Ein 1969 und 1970 von den ’Freunden der deutschen
Kinemathek’ in Reaktion auf die Krise der Berliner Filmfestspiele
organisiertes Gegenfestival war so erfolgreich, dass das
Festspiel-Kuratorium ihnen den Auftrag erteilte, das
’Internationale Forum des Jungen Films’ fortan als
„gleichberechtigte Parallelveranstaltung“ neben dem Wettbewerb
auszurichten. (…) Im Forum wurde und wird das Kino als
künstlerische Ausdrucksform gegen Grenzziehungen und
Kategorisierungen verteidigt. Stets ging es darum, das Kino als
Experimentierfeld zu behaupten und Neuartiges, Unkonventionelles
und solche Strömungen zu stärken, die eine größere Öffentlichkeit
erst noch finde mussten.“
Die Kinozeit des WDR ist dem Forum seit langem verbunden, sehr,
sehr viele Filme, die im Forum gezeigt wurden, fanden den Weg ins
deutsche Fernsehen über die Kinozeit. Zuletzt etwa der
taiwanesische Film God Man Dog. Und so möchten wir - als
unseren Beitrag zum Jubiläum - während und nach der Berlinale in
einer kleinen Filmreihe fünf herausragende Filme aus vier
Jahrzehnten vorstellen:
WDR-Fernsehen
Donnerstag,18.2.2010, 23.15 Uhr: Regarde-moi
Donnerstag, 25.2.2010, 23.15 Uhr: Kurz davor ist es passiert
Samstag, 27.2.2010, 23.00: Jeanne Dielmann, 23 Quai du Commerce –
1080 Bruxelles
Donnerstag, 4.3.2010, 23.15 Uhr: Born in Flames
Donnerstag, 11.3.2010, 23.15 Uhr: Madame l’eau
Ergänzt wird das Programm durch einen ausführlichen Filmtipp
„40 Jahre Forum“ am 25.2.2010, 0.30 Uhr, zur
Geschichte des Internationalen Forums des Jungen Films mit
Interviews und Archivmaterial aus den 40 Jahren.
Redaktion Andrea Hanke/Jutta Krug
Zu den Filmen im Einzelnen:
Regarde-moi (Donnerstag, 18.2.2010, 23.15)
Frankreich 2007.
Drehbuch und Regie: Audrey Estrougo
Kamera: Guillaume Schiffman
Ausstattung: Florence Emery
Kostüme: Corinne Salen
Musik: Baptiste Charvet
Schnitt: Marie-Pierre Renaud
Produzent: Bruno Petit
Darsteller: Emilie de Preissac (Julie), Terry Nimajimbe (Jo), Paco
Boublard (Yannick), Lili Canobbio (Eloise), Eye Haidara
(Fatimata),Salomé Stévenin (Daphné)
Inhalt
Die Jugendlichen in diesem Film tragen die Farben der Welt, in der
sie leben: Schwarz und Weiß. Ihr Leben spielt sich in einer
Vorstadt ab, wo sie sich treffen, miteinander diskutieren, streiten
und sich verlieben. Das Leben hier ist nicht einfach. An dem Tag,
als Jo erfährt, dass er als Nachwuchsspieler beim berühmten
Londoner Fußballclub Arsenal angenommen ist, erreichen die
Spannungen unter den Jugendlichen einen Höhepunkt.
Kurz davor ist es passiert (Donnerstag 25.2.2010, 23.15
Uhr)
Österreich 2006
Buch, Regie: Anja Salomonowitz
Kamera: Jo Molitoris
Licht: Vladimir Bilic
Ton: Eric Spitzer
Ausstattung: Yindra Soukup
Schnitt: Frédéric Fichefet, Gregor Wille
Musik: Florian Richling, David Salomonowitz
Produzenten: Gabriele Kranzelbinder, Alexander
Dumreicher-Ivanceanu
Produktion: Amour fou Filmproduktion, Wien
Mitwirkende: Rainer Halbauer, Otto Pikal, Anna Sparer, Leopold
Sobotka, Gertrud Tauchhammer
Mit Unterstützung von Filmfonds Wien, ORF Film/Fernseh-Abkommen,
IF Innovative Film, Land Niederösterreich
Inhalt
KURZ DAVOR IST ES PASSIERT ist eine künstlerische
Auseinandersetzung mit dem globalen Phänomen des Frauenhandels. Der
Film basiert auf realen Erzählungen gehandelter Frauen, aus denen
die Regisseurin ein dokumentarisches Drehbuch erarbeitet hat. Die
Geschichten werden nicht von Schauspielern, sondern von Menschen
nacherzählt, die mit den Ereignissen und Orten des Films in einer
Beziehung stehen könnten: einem Zöllner, einer Dorfbewohnerin,
einem Kellner in einem Bordell, einer Diplomatin und einem
Taxifahrer. Ein Film über falsche Versprechungen, Ausbeutung und
Enttäuschung.
Jeanne Dielmann, 23 Quai du Commerce - 1080 Bruxelles
(Samstag 27.2.2010, 23.00 Uhr)
Belgien, 1975
Buch und Regie: Chantal Akerman
Kamera: Babette Mangolte
Ton: Bennie Deswarte
Schnitt: Patricia Canino
Ausstattung: Philippe Graff
Darsteller: Die Mutter (Delphine Seyrig), Sylvain, ihr Sohn (Jan
Decorte), Erster Kunde (Henri Storck), Zweiter Kunde (Jacques
Doniol-Valcroze), Dritter Kunde (Yves Bical)
Inhalt
Drei Tage im Leben einer etwa 40jährigen verwitweten Frau, Mutter
eines 16jährigen Sohnes, die auch als Gelegenheitsprostituierte
arbeitet. Minutiös beschreibt der Film den ritualisierten Ablauf
dieser Tage, das von der Frau perfekt organisierte und geregelte
Leben, das emotionslos und formalisiert abläuft und weder spontane
Entscheidungen noch Abweichungen zulässt. Am Ende des dritten Tages
haben kleinste Störungen und Irritationen zur Eskalation geführt:
die Frau hat einen Mord begangen. Das mit eindrucksvoller
Konsequenz und Strenge entwickelte Porträt einer Frau, deren Dasein
leer und entindividualisiert ist. Der von der hervorragenden
Hauptdarstellerin geprägte Film erklärt sich weniger aus Handlung
und Dialogen als aus dem Zwang seiner Bilder und den sich daraus
ergebenden emotionalen Sogwirkungen.
Born in Flames (Donnerstag 4.3.2010, 23.15 Uhr) USA
1982/83
Buch, Regie, Schnitt: Lizzie Borden
Kamera: Ed Bowes, Al Santana, Phil O’Reilly
Musik: The Bloods, The Red Crayola, Ibis
Prouktion: Lizzie Borden/CAPS/Jerome Foundation
Darstellerinnen: Honey, Jeanne Satterfield, Adele Bertei, Becky
Johnston, Pat Mruohy, Kathy Bigelow, Flo Kennedy
Inhalt
Born in Flames spielt in der Zukunft - zehn Jahre nach einer
sozialistischen Revolution in Amerika. Auch in diesem alternativen
Amerika hat sich für Frauen nichts geändert; Unterdrückung,
alltägliche Diskriminierung, sexuelle Übergriffe, Doppelbelastung -
den Frauen reicht es. Sie verbünden sich quer zu sozialen,
ethnischen, kulturellen oder sexuellen Identitäten und nehmen den
Kampf auf…
Madame l’eau (Donnerstag 11.3.2010, 23.15
Uhr)
Niederlande/Frankreich/Niger 1992
Regie: Jean Rouch
Buch: Jean Rouch, Philo Bregstein
Kamera: Jean Rouch
Musik: Tallou Mouzourane
Schnitt: Françoise Beloux
Mitwirkende: Damouré Zika, Lam Ibrahim Dia, Tallou Mouzourane,
Wineke Onstwedder
Inhalt
Jean Rouchs Film erzählt die Geschichte dreier Männer aus Niger,
die nach einer Lösung suchen, um die verheerende Dürre die ihre
Ernte zu vernichten droht, ein Ende zu setzen. Sie beschließen, in
die Niederlande zu reisen, um die traditionellen Windmühlen zu
studieren. Doch deren Größe ist für die Bedingungen Afrikas ebenso
ungeeignet wie die hoch aufragenden Stahlkonstruktionen der
modernen Windmühlen. Sie radeln durch die flache Landschaft
Hollands und stellen Vergleiche zwischen Kühen hier und
Flusspferden dort an. Sie besuchen Universitäten und reden mit den
Leuten vom Fach, bis sie endlich eine hölzerne Windmühle finden,
die sie sogar selbst bauen können. Schließlich wird ihr Traum wahr:
da steht sie nun, selbst erdacht, selbst gebaut und selbstgenügsam,
und bewässert das Land, auf dem sie sogar (schwarze!) Tulpen
pflanzen können…
Weitere Informationen zu den Filmen finden Sie unter www.wdr.de/TV/Kinozeit.de.
In Kürze finden Sie auch Bilder zu den Filmen bei ARD-Foto.
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