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Pressemitteilung
12.01.2010, 12.46Uhr
Fernsehen

Das Internationale Forum des Jungen Films der Berlinale wird 40 Jahre / TV-Premiere in der WDR-Kinozeit für fünf internationale Produktionen

Kinozeit Spielfilm, Rechte: WDR
TV-Premiere in der WDR-Kinozeit für fünf internationale Produktionen  Bild vergrößern

Die WDR Kinozeit gratuliert dem Internationalen Forum des Jungen Films und zeigt dazu Spiel- und Dokumentarfilme aus vier Jahrzehnten, die bislang noch nie im deutschen Fernsehen gezeigt wurden.

Zum Jubiläum schreibt der derzeitige Leiter des Forums, Christoph Terhechte: „Ein 1969 und 1970 von den ’Freunden der deutschen Kinemathek’ in Reaktion auf die Krise der Berliner Filmfestspiele organisiertes Gegenfestival war so erfolgreich, dass das Festspiel-Kuratorium ihnen den Auftrag erteilte, das ’Internationale Forum des Jungen Films’ fortan als „gleichberechtigte Parallelveranstaltung“ neben dem Wettbewerb auszurichten. (…) Im Forum wurde und wird das Kino als künstlerische Ausdrucksform gegen Grenzziehungen und Kategorisierungen verteidigt. Stets ging es darum, das Kino als Experimentierfeld zu behaupten und Neuartiges, Unkonventionelles und solche Strömungen zu stärken, die eine größere Öffentlichkeit erst noch finde mussten.“

Die Kinozeit des WDR ist dem Forum seit langem verbunden, sehr, sehr viele Filme, die im Forum gezeigt wurden, fanden den Weg ins deutsche Fernsehen über die Kinozeit. Zuletzt etwa der taiwanesische Film God Man Dog. Und so möchten wir - als unseren Beitrag zum Jubiläum - während und nach der Berlinale in einer kleinen Filmreihe fünf herausragende Filme aus vier Jahrzehnten vorstellen:

WDR-Fernsehen

Donnerstag,18.2.2010, 23.15 Uhr: Regarde-moi
Donnerstag, 25.2.2010, 23.15 Uhr: Kurz davor ist es passiert
Samstag, 27.2.2010, 23.00: Jeanne Dielmann, 23 Quai du Commerce – 1080 Bruxelles
Donnerstag, 4.3.2010, 23.15 Uhr: Born in Flames
Donnerstag, 11.3.2010, 23.15 Uhr: Madame l’eau


Ergänzt wird das Programm durch einen ausführlichen Filmtipp „40 Jahre Forum“ am 25.2.2010, 0.30 Uhr, zur Geschichte des Internationalen Forums des Jungen Films mit Interviews und Archivmaterial aus den 40 Jahren.

Redaktion Andrea Hanke/Jutta Krug

Szene aus "Regarde-moi", Foto: WDR/Arsenal Film
Szene aus "Regarde-moi", Foto: WDR/Arsenal Film  Bild vergrößern

Zu den Filmen im Einzelnen:

Regarde-moi (Donnerstag, 18.2.2010, 23.15)
Frankreich 2007.
Drehbuch und Regie: Audrey Estrougo
Kamera: Guillaume Schiffman
Ausstattung: Florence Emery
Kostüme: Corinne Salen
Musik: Baptiste Charvet
Schnitt: Marie-Pierre Renaud
Produzent: Bruno Petit
Darsteller: Emilie de Preissac (Julie), Terry Nimajimbe (Jo), Paco Boublard (Yannick), Lili Canobbio (Eloise), Eye Haidara (Fatimata),Salomé Stévenin (Daphné)

Inhalt
Die Jugendlichen in diesem Film tragen die Farben der Welt, in der sie leben: Schwarz und Weiß. Ihr Leben spielt sich in einer Vorstadt ab, wo sie sich treffen, miteinander diskutieren, streiten und sich verlieben. Das Leben hier ist nicht einfach. An dem Tag, als Jo erfährt, dass er als Nachwuchsspieler beim berühmten Londoner Fußballclub Arsenal angenommen ist, erreichen die Spannungen unter den Jugendlichen einen Höhepunkt.

Kurz davor ist es passiert (Donnerstag 25.2.2010, 23.15 Uhr)
Österreich 2006
Buch, Regie: Anja Salomonowitz
Kamera: Jo Molitoris
Licht: Vladimir Bilic
Ton: Eric Spitzer
Ausstattung: Yindra Soukup
Schnitt: Frédéric Fichefet, Gregor Wille
Musik: Florian Richling, David Salomonowitz
Produzenten: Gabriele Kranzelbinder, Alexander Dumreicher-Ivanceanu
Produktion: Amour fou Filmproduktion, Wien
Mitwirkende: Rainer Halbauer, Otto Pikal, Anna Sparer, Leopold Sobotka, Gertrud Tauchhammer
Mit Unterstützung von Filmfonds Wien, ORF Film/Fernseh-Abkommen, IF Innovative Film, Land Niederösterreich

Inhalt
KURZ DAVOR IST ES PASSIERT ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem globalen Phänomen des Frauenhandels. Der Film basiert auf realen Erzählungen gehandelter Frauen, aus denen die Regisseurin ein dokumentarisches Drehbuch erarbeitet hat. Die Geschichten werden nicht von Schauspielern, sondern von Menschen nacherzählt, die mit den Ereignissen und Orten des Films in einer Beziehung stehen könnten: einem Zöllner, einer Dorfbewohnerin, einem Kellner in einem Bordell, einer Diplomatin und einem Taxifahrer. Ein Film über falsche Versprechungen, Ausbeutung und Enttäuschung.

Jeanne Dielmann, 23 Quai du Commerce - 1080 Bruxelles (Samstag 27.2.2010, 23.00 Uhr)
Belgien, 1975
Buch und Regie: Chantal Akerman
Kamera: Babette Mangolte
Ton: Bennie Deswarte
Schnitt: Patricia Canino
Ausstattung: Philippe Graff
Darsteller: Die Mutter (Delphine Seyrig), Sylvain, ihr Sohn (Jan Decorte), Erster Kunde (Henri Storck), Zweiter Kunde (Jacques Doniol-Valcroze), Dritter Kunde (Yves Bical)

Inhalt
Drei Tage im Leben einer etwa 40jährigen verwitweten Frau, Mutter eines 16jährigen Sohnes, die auch als Gelegenheitsprostituierte arbeitet. Minutiös beschreibt der Film den ritualisierten Ablauf dieser Tage, das von der Frau perfekt organisierte und geregelte Leben, das emotionslos und formalisiert abläuft und weder spontane Entscheidungen noch Abweichungen zulässt. Am Ende des dritten Tages haben kleinste Störungen und Irritationen zur Eskalation geführt: die Frau hat einen Mord begangen. Das mit eindrucksvoller Konsequenz und Strenge entwickelte Porträt einer Frau, deren Dasein leer und entindividualisiert ist. Der von der hervorragenden Hauptdarstellerin geprägte Film erklärt sich weniger aus Handlung und Dialogen als aus dem Zwang seiner Bilder und den sich daraus ergebenden emotionalen Sogwirkungen.

Born in Flames (Donnerstag 4.3.2010, 23.15 Uhr) USA 1982/83
Buch, Regie, Schnitt: Lizzie Borden
Kamera: Ed Bowes, Al Santana, Phil O’Reilly
Musik: The Bloods, The Red Crayola, Ibis
Prouktion: Lizzie Borden/CAPS/Jerome Foundation
Darstellerinnen: Honey, Jeanne Satterfield, Adele Bertei, Becky Johnston, Pat Mruohy, Kathy Bigelow, Flo Kennedy

Inhalt
Born in Flames spielt in der Zukunft - zehn Jahre nach einer sozialistischen Revolution in Amerika. Auch in diesem alternativen Amerika hat sich für Frauen nichts geändert; Unterdrückung, alltägliche Diskriminierung, sexuelle Übergriffe, Doppelbelastung - den Frauen reicht es. Sie verbünden sich quer zu sozialen, ethnischen, kulturellen oder sexuellen Identitäten und nehmen den Kampf auf…

Madame l’eau (Donnerstag 11.3.2010, 23.15 Uhr)
Niederlande/Frankreich/Niger 1992
Regie: Jean Rouch
Buch: Jean Rouch, Philo Bregstein
Kamera: Jean Rouch
Musik: Tallou Mouzourane
Schnitt: Françoise Beloux
Mitwirkende: Damouré Zika, Lam Ibrahim Dia, Tallou Mouzourane, Wineke Onstwedder

Inhalt
Jean Rouchs Film erzählt die Geschichte dreier Männer aus Niger, die nach einer Lösung suchen, um die verheerende Dürre die ihre Ernte zu vernichten droht, ein Ende zu setzen. Sie beschließen, in die Niederlande zu reisen, um die traditionellen Windmühlen zu studieren. Doch deren Größe ist für die Bedingungen Afrikas ebenso ungeeignet wie die hoch aufragenden Stahlkonstruktionen der modernen Windmühlen. Sie radeln durch die flache Landschaft Hollands und stellen Vergleiche zwischen Kühen hier und Flusspferden dort an. Sie besuchen Universitäten und reden mit den Leuten vom Fach, bis sie endlich eine hölzerne Windmühle finden, die sie sogar selbst bauen können. Schließlich wird ihr Traum wahr: da steht sie nun, selbst erdacht, selbst gebaut und selbstgenügsam, und bewässert das Land, auf dem sie sogar (schwarze!) Tulpen pflanzen können…

Weitere Informationen zu den Filmen finden Sie unter www.wdr.de/TV/Kinozeit.de.

In Kürze finden Sie auch Bilder zu den Filmen bei ARD-Foto.


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