25.05.2012

Das Erste ist das Fernsehen
Frau Mikich vor dem Monitor-LogoHomepage des WDR

URL: http://www.wdr.de/tv/monitor/extra/rueckblick/jalloh.php5

Sie befinden sich hier:

Der mysteriöse Tod des Oury Jalloh - und die späten Folgen…

Der Menschenrechtsaktivist Mouctar Bah wurde bei einer Demo zum siebten Todestag schwer verletzt


Oury Jalloh Rechte: WDR/dapd Bild vergrößern

Oury Jalloh

Vor sieben Jahren, am 07. Januar 2005, verbrannte der geduldete Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone im Gewahrsam der Dessauer Polizei – unter bis heute ungeklärten Umständen. Er lag in einer gefliesten Zelle, an Händen und Beinen gefesselt, zuvor war er durchsucht worden. Nach der Theorie der Staatsanwaltschaft soll es ihm trotzdem gelungen sein, die feuerfest ummantelte Matratze, auf der er lag mit einem „übersehenen“ Feuerzeug in Brand zu setzen und sei dann an einem Hitzeschock gestorben. MONITOR und die Dokumentar-Reihe „die story“ (WDR) berichteten mehrfach darüber.

Die Polizei-Version von einer unglücklichen Verkettung von Umständen wurde von Anfang an bezweifelt – besonders von den Freunden Oury Jallohs, die sich in einer Initiative zusammen fanden. Allen voran Mouctar Bah, ein Freund Jallohs, der seit sieben Jahren für Aufklärung kämpft, Spenden sammelt, Anwälte organisiert, den Kontakt zur Familie hält, Mahnwachen und Demonstrationen organisiert. Für sein Engagement hat er 2009 von der Internationalen Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille erhalten – und viel einstecken müssen: Angriffe und Beleidigungen von Rechtsextremen, wiederholte Razzien und Durchsuchungen in seinem ehemaligen Telefonladen, für den ihm schließlich von der Stadt die Lizenz entzogen wurde.

Nun aber kam es bei einer Demonstration zum siebten Todestag Jallohs in Dessau zum Eklat: nach eigenen Angaben erhielt Bah einen Faustschlag ins Gesicht und eine „Kopfnuss mit Polizeihelm“, zudem wurde er mit Pfefferspray angegriffen. Bah verlor das Bewusstsein und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Auslöser des Polizeieinsatzes war der Slogan der Aktivisten „Oury Jalloh – das war Mord“. Eine Meinungsäußerung, die bereits 2006 Gegenstand einer gerichtlichen Verhandlung war und als von der Meinungsfreiheit gedeckt befunden wurde.

Autor: Pagonis Pagonakis

Mehr zum Thema


Monitor - weitere Informationen zur Sendung

  • Sendetermin

    MONITOR Nr. 634

    24.05.201221:45 - 22:15 Uhrim Ersten

  • Wiederholungen

    Donnerstag, 24.05.2012
    23:30 Uhr - tagesschau24

    Freitag, 25.05.2012
    05:00 Uhr - ARD
    08:35 Uhr - RBB
    20:15 Uhr - EinsExtra

    Samstag, 26.05.2012
    08:20 Uhr - WDR

  • +++ AKTUELL +++

    Monitor Pressemeldung Rechte: WDR

    Hinweise auf Falschbehandlungen am Klinikum Hildesheim mit unnötigen Radiojodtherapien - Rhön-Klinik will 2000 Fälle von Patienten jetzt überprüfen.
    Am Rhön-Klinikum Hildesheim wurden möglicherweise eine Vielzahl von Patienten falsch behandelt und geschädigt. Das berichten das ARD-Magazin MONITOR und das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. [zur Pressemeldung]

  • BLOG!

    Logo Piratenpartei Rechte: WDR

    Digitale Demokratie - Eine Chance gegen Politikverdrossenheit?
    Sonia Seymour Mikich: "Ich weiss nicht, ob die Piraten auf lange Sicht überleben, ob sie sich etablieren, aber ihre bloße Existenz gibt uns allen gute Stichworte, den Zustand unserer Politik zu prüfen. Ich nenne das Sauerstoffkur für die müde gewordene Demokratie." [mitbloggen]

  • Dossier

    Tabletten mit Eurozeichen Rechte: WDR/vario-press/Baumgarten, Ulrich/VP145032

    Gesundheit
    MONITOR-Beiträge zu Gesundheit und Gesundheitspolitik. [mehr]

  • Dossier

    Euromünze vor griechischer Fahne mit Flammen im Vordergrund Rechte: WDR/Imago

    Eurokrise
    Finanzmarktkrise, Immobilienkrise, Bankenkrise. Wie geht es mit der europäischen Währung weiter? Was wäre, wenn...? MONITOR berichtet! [zum Dossier]

  • VideoPodcast

    Monitor Logo  Rechte: WDR

    MONITOR zum Mitnehmen
    Der VideoPodcast für unterwegs!

  • Politikmagazine

    Politikmagazine Rechte: ARD

    Dienstags und donnerstags informieren die sechs Politikmagazine der ARD: investigativ, kritisch, meinungsstark


Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

© WDR 2012

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW