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Rückblick
Der mysteriöse Tod des Oury Jalloh - und die späten Folgen…Vor sieben Jahren, am 07. Januar 2005, verbrannte der geduldete Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone im Gewahrsam der Dessauer Polizei – unter bis heute ungeklärten Umständen. Er lag in einer gefliesten Zelle, an Händen und Beinen gefesselt, zuvor war er durchsucht worden. Nach der Theorie der Staatsanwaltschaft soll es ihm trotzdem gelungen sein, die feuerfest ummantelte Matratze, auf der er lag mit einem „übersehenen“ Feuerzeug in Brand zu setzen und sei dann an einem Hitzeschock gestorben. MONITOR und die Dokumentar-Reihe „die story“ (WDR) berichteten mehrfach darüber.
Die Polizei-Version von einer unglücklichen Verkettung von Umständen wurde von Anfang an bezweifelt – besonders von den Freunden Oury Jallohs, die sich in einer Initiative zusammen fanden. Allen voran Mouctar Bah, ein Freund Jallohs, der seit sieben Jahren für Aufklärung kämpft, Spenden sammelt, Anwälte organisiert, den Kontakt zur Familie hält, Mahnwachen und Demonstrationen organisiert. Für sein Engagement hat er 2009 von der Internationalen Liga für Menschenrechte die Carl-von-Ossietzky-Medaille erhalten – und viel einstecken müssen: Angriffe und Beleidigungen von Rechtsextremen, wiederholte Razzien und Durchsuchungen in seinem ehemaligen Telefonladen, für den ihm schließlich von der Stadt die Lizenz entzogen wurde.
Nun aber kam es bei einer Demonstration zum siebten Todestag Jallohs in Dessau zum Eklat: nach eigenen Angaben erhielt Bah einen Faustschlag ins Gesicht und eine „Kopfnuss mit Polizeihelm“, zudem wurde er mit Pfefferspray angegriffen. Bah verlor das Bewusstsein und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Auslöser des Polizeieinsatzes war der Slogan der Aktivisten „Oury Jalloh – das war Mord“. Eine Meinungsäußerung, die bereits 2006 Gegenstand einer gerichtlichen Verhandlung war und als von der Meinungsfreiheit gedeckt befunden wurde.
Autor: Pagonis Pagonakis
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