Dossier Umwelt
Umwelt- und Klimapolitik
Die Erde heizt sich immer stärker auf: um bis zu 6,4 Grad Celsius innerhalb eines Jahrhunderts, so die Prognose führender Klimaexperten. Doch schon heute gefährden extreme Hitzeperioden und heftige Unwetter Alltag und Wohlstand auch in Deutschland. Dabei besteht spätestens seit dem jüngsten Bericht des UN-Klimarates kein Zweifel mehr: Schuld am Klimawandel ist der Mensch. Wer sind die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft? Was können und müssen wir Verbraucher tun? Wie dramatisch sind die Folgen des Klimawandels bereits heute? Fragen, zu denen sich MONITOR immer wieder positioniert.
MONITOR vom 02.02.2012
Die Legende vom Strompreis: Warum der Strom wirklich teurer wird
Das Jahr beginnt für viele mit einem Preisschock beim Blick auf die Stromrechnung. Einige Energieunternehmen erhöhen sogar bis zu zehn Prozent und begründen das mit erhöhten Kosten durch Fukushima, den Atomausstieg und die Energiewende. Und die Politik sekundiert: Besonders teuer sei der Ausbau der Photovoltaik. Tatsächlich aber senken die neuen Energien zur Zeit eher den Strompreis. In Wirklichkeit stecken hinter den Preiserhöhungen vor allem Subventionen für die Großindustrie. [mehr]
MONITOR vom 27.10.2011
Heimliches Geschenk: Regierung entlastet Industrie bei den Stromkosten
Die Ankündigung der Bundesregierung war deutlich: Der Atomausstieg und die Umstellung auf Erneuerbare Energien werde die Stromkosten in die Höhe treiben. Nun treibt die Bundesregierung selbst die Stromkosten hoch, auf ganz andere Weise: Indem sie die Industrie klammheimlich in Milliardenhöhe von den Stromkosten entlastet hat und dies auf alle übrigen Verbraucher umlegen wird. Diese Geschenke an die Industrie haben in dieser Höhe selbst die betroffenen Unternehmen und ihre Verbände überrascht. Leidtragende sind die Bürger und kleine Unternehmen, die diese Kosten auffangen müssen. [mehr]
MONITOR vom 15.09.2011
„Irreversible Schäden“: Behörden warnen vor Gefahren durch neues Auto-Kältemittel
In diesem Jahr müssen Automobilhersteller in der EU klimaschonende Kältemittel für die Klimaanlagen ihrer neuen Modelle verwenden. Auf der IAA werden die ersten Modelle mit dem neuen Kältemittel „r1234yf“ vorgestellt. Für die Umwelt sei es entlastender, werben die Hersteller Honeywell und Dupont. Doch was in ihrer Werbung nicht vorkommt: Für den Menschen ist das neue Kältemittel sehr gefährlich, brandgefährlich. Das Umweltbundesamt befürchtet im Brandfall sogar 'irreversible Schäden'. Gäbe es keine Alternative, würde man die Autohersteller verstehen. Doch es gibt sie: Die Klimaanlagen könnten mit natürlichem Co2 gefüllt werden, klimaneutral und ungefährlich. Doch die Industrie winkt ab. [mehr]
MONITOR vom 14.07.2011
Neue Rohstoffpolitik – wie die Bundesregierung eine Diktatur in Afrika aufwertet
Durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ist Äquatorial-Guinea in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten. Bislang war der Mini-Staat an der Südwestküste Afrikas vor allem Geschäftsleuten aus der Energie- und Baubranche bekannt - und Experten in Sachen Menschenrechte und Korruption. Es geht um Öl und eine Diktatur, die nach offiziellen Berichten der Vereinten Nationen zu den schlimmsten Unterdrücker-Regimen in der Welt zählt. Die Bundesrepublik hat voriges Jahr eine Botschaft in dem Land eröffnet und die Wirtschaftskontakte intensiviert -trotz aller Meldungen über Terror, Folter und Hinrichtungen. [mehr]
MONITOR vom 05.05.2011
Drohen, tricksen, verzögern: wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bekämpft
Lange hatten die großen Energiekonzerne quasi ein Monopol auf den Betrieb der Stromnetze. Doch vielerorts laufen die Verträge dafür in den nächsten Jahren aus - und nun wollen etliche Kommunen die Netze selbst betreiben. Zum Beispiel, um eine klimafreundliche Energiewende einzuleiten, oder einfach, um die Milliardengewinne aus dem Betrieb der Stromnetze in die kommunalen Haushalte zu lenken. MONITOR zeigt, wie der Energiekonzern RWE versucht, das zu verhindern und seine Marktmacht zu sichern: Mit Lobbyarbeit, mit Drohungen und mit Gerichtsprozessen. [mehr]
MONITOR nachgefragt vom 10.03.2011
Klimazertifikate
Unter dem Titel "Klimahandel statt Klimawandel" deckten unsere Reporter im August vergangenen Jahres auf, wie deutsche Unternehmen mit zweifelhaften HFC23-Zertifikaten aus China Verschmutzungsrechte "einkaufen". Jetzt will die Europäische Kommission den Handel mit diesen Zertifikaten verbieten. [mehr]
MONITOR vom 27.01.2011
Bald noch mehr Gift im Essen? Aigners toxischer Gesetzentwurf
Bislang war Deutschland im Umgang mit Pestiziden eher streng – der angeblich verbraucherschützenden Ministerin Ilse Aigner offenbar zu streng. Das zumindest legt ein Gesetzentwurf aus Aigners Ministerium nahe, der MONITOR exklusiv vorliegt. Umweltschützer warnen vor einer "Katastrophe". Sie befürchten, dass künftig ausgehend von den EU-Nachbarstaaten eine Giftwelle nach Deutschland schwappt. Denn laut Gesetzentwurf soll das Umweltbundesamt sein Vetorecht bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln verlieren, wenn das entsprechende Präparat schon eine Zulassung in einem anderen EU-Land hat. Das UBA hatte in der Vergangenheit für Deutschland mehrfach die Zulassung von besonders problematischen Pestiziden verhindert, auch gegen den Willen des Landwirtschaftsministeriums. Umwelt- und Verbraucherschützer werfen Ministerin Aigner daher vor, gegenüber der Chemie- und Agrarlobby einzuknicken. [mehr]
MONITOR vom 18.11.2010
Gefahr fürs Trinkwasser? Wie internationale Konzerne in Deutschland Erdgas fördern
Weil die fossilen Brennstoffe zu Ende gehen, suchen internationale Konzerne jetzt auch in Deutschland nach „unkonventionellem Erdgas“. Das liegt in tiefen Gesteinsschichten und lässt sich nur mit einer aufwändigen Technik namens „Hydraulic Fracking“ fördern. Dafür pressen die Firmen bereits an vielen Orten ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden – mit Genehmigung der deutschen Behörden. Doch die Chemikalien enthalten Gifte, die Grundwasser gefährdend sind. Im US-Bundesstaat New York soll diese Art der Gasförderung deshalb erstmal gestoppt werden, in Deutschland darf weitergebohrt werden, weil die deutsche Politik weitgehend ahnungslos ist. [mehr]
MONITOR vom 18.11.2010
Entsorgt: Deutscher Atommüll soll nach Russland
Erhöhte Krebsraten, verstrahlte Lebensmittel, verseuchte Flüsse. Im russischen Majak leben Menschen im Ausnahmezustand, weil die dortige Wiederaufarbeitungsanlage immer wieder große Mengen Radioaktivität freigesetzt hat. Ärzte sind hilflos, 30000 Menschen leben wie Versuchskaninchen in einer verstrahlten Umwelt. Genau dorthin will jetzt die sächsische Landesregierung deutsche Brennelemente schicken, eine billige Lösung deutscher Entsorgungsprobleme? Monitor-Recherchen zeigen: Ein klarer Verstoß gegen das Atomgesetz. [mehr]
MONITOR vom 21.10.2010
Die Lüge vom teuren Ökostrom - Warum die Stromrechnung wirklich so hoch ist
„Solarstrom lässt Strompreise explodieren“, so titeln die Zeitungen in diesen Tagen. Den Konzernen kommen diese Alarmrufe gerade recht, suggerieren sie doch, dass der Ökostrom an den seit Jahren steigenden Preisen schuld sei. Dabei könnte Strom viel billiger sein – seit Jahren sinkt der Einkaufspreis an der Leipziger Strombörse – auch dank Ökostrom. Doch diesen Preisvorteil geben die Stromkonzerne nicht an die Kunden weiter, sondern stecken ihn als Zusatzgewinn in die eigene Tasche, so MONITOR-Recherchen. [mehr]
MONITOR vom 09.09.2010
Etikettenschwindel Laufzeitverlängerung - weniger Sicherheit für Altreaktoren
Jetzt ist es beschlossen: Im Schnitt sollen die alten deutschen Atommeiler 12 Jahre länger laufen. Dafür verspricht Umweltminister Röttgen den Bürgern mehr Sicherheit durch Nachrüstung. Doch das Gegenteil ist der Fall. MONITOR liegen Dokumente vor, nach denen entscheidende Maßnahmen für mehr Sicherheit verschoben oder als nachrangig eingestuft werden. Das bedeutet, dass insbesondere die alten störanfälligen Meiler noch Jahre weiterlaufen werden, ohne dass die Betreiber teuer nachrüsten müssen. Auf einen Schutz vor Terrorangriffen aus der Luft, etwa durch Passagierflugzeuge, wird bei der Nachrüstung ohnehin ganz verzichtet. Und nicht nur das: Anwohnern von Kernkraftwerken wird sogar das Recht genommen, wie bisher bestimmte Nachrüstungsmaßnahmen nach Stand von Wissenschaft und Technik einzuklagen. [mehr]
MONITOR vom 09.09.2010
Nach der BP-Katastrophe - Das Ende des Erdölzeitalters
„Weg vom Öl, bevor das Öl weg ist“, warnen Experten wie Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur. Er schätzt, dass bereits 2020 "peak oil" erreicht ist, die konventionelle Ölförderung dann mehr und mehr dem Ende zu geht. Die Katastrophe im Golf von Mexiko ist ein Weckruf für alle, denn auch unser Treibstoff stammt zu einem großen Teil aus Tiefseebohrungen. Das Szenario rückt näher, weil die Welt immer mehr Erdöl verbraucht, obwohl das schwarze Gold immer schwerer zu erreichen ist, wird es unweigerlich zu weiteren Umweltkatastrophen und ernsten Verteilungskrisen kommen. Auch westliche Industrienationen wie Deutschland werden bei explodierenden Preisen eine neue Energiearmut kennenlernen. Das Ende einer Energie-Epoche. [mehr]
Monitor vom 19.08.2010
Klimahandel statt Klimawandel: Wird der Klimaschutz zur Farce?
Es ist ein Milliardengeschäft: Statt ihren CO2-Ausstoß zu mindern, kaufen auch Betreiber deutscher Kohlekraftwerke Verschmutzungsrechte in Entwicklungsländern, sogenannte Klimazertifikate. Die Hälfte dieser weltweit gehandelten Zertifikate geht auf ganze 19 Fabriken zurück, die dafür das extrem klimaschädliche Treibhausgas HFC 23 zerstören. HFC 23 ist 11700 mal klimaschädlicher als CO2. Die Absurdität: Viele Fabriken in China und Indien produzieren offenbar weit mehr HFC 23 als nötig, um für die anschließende Vernichtung des Gases möglichst viele der lukrativen Zertifikate zu erhalten. Das eigentliche Ziel, das Klima zu schützen, wird damit zur Farce. [mehr]
MONITOR vom 20.05.2010
Elektroautos statt Klimaschutz? Wie die Politik das E-Auto schön rechnet
Die Bundesregierung verkündet eine „grüne“ Vision: Mindestens eine Million Elektrofahrzeuge sollen in zehn Jahren auf unseren Straßen fahren. Dafür bekommt Berlin viel Applaus von Autoherstellern und Stromkonzernen. Dagegen befürchten Umweltschützer und Wissenschaftler, dass das Elektroauto nicht mehr, sondern weniger Klimaschutz bringen wird. Denn die Bundesregierung macht sich in Brüssel für eine Regelung stark, die die wahre CO2-Belastung durch Elektroautos schön rechnet. [mehr]
MONITOR vom 23.07.2009
Atomlüge: Die wahren Kosten der Endlager
Jahrelang haben die Betreiber deutscher Atomkraftwerke ihren Atommüll in die geplanten Endlager Asse und Morsleben eingelagert. Jetzt müssen diese Lager aufwändig saniert und stillgelegt werden, weil die Salzstöcke ansonsten einzustürzen drohen. Neue Unterlagen belegen nun, wie trickreich es die Energieversorger verstanden haben, um die hohen Kosten für die Endlagerung herumzukommen. Der Steuerzahler wird über 6 Milliarden Euro zu zahlen haben. [mehr]
tagesschau.de-Dossier
Wie den Klimawandel bremsen? - Leben im Treibhaus
Die Berichte des UN-Klimarates im vergangenen Jahr haben deutlich gemacht, dass es nicht mehr möglich ist, den Klimwandel ganz zu stoppen. Die Menschheit kann nur noch dafür sorgen, dass sich die Erwärmung in Grenzen hält. Aber wie?
MONITOR vom 12.06.2008
Versklavt und vertrieben: Die Verlierer des Biosprit-Booms
Zuckerrohr und Soja aus Brasilien sichern unseren Bedarf an Biosprit ab. Ein Zukunftsmarkt – aber zu Lasten der Umwelt und vor allem der brasilianischen Arbeiter. Deutsche Banken gehören zu den wichtigsten Geldgebern. [mehr]